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Bicol

Bicol Land des Pfeffers und des Feuers

Bicol nennt sich die aus fünf Provinzen bestehende Region am Südostzipfel Luzons. Die Einwohner sind wahrscheinlich indonesischer Herkunft. Ihre Sprache deutet darauf hin. Und sie sind ein sehr heissblütiges Volk. Überall auf den Philippinen gelten sie als grosse Liebhaber/innen, des scharfen Pfeffers und überhaupt. Sollte dies an den vielen Vulkanen liegen, die den Menschen hier immer wieder kräftig Feuer geben.

 

Ultrascharfes Chilis

Tränen fliessen, während die Zuschauer johlen und toben. Chilischoten würzen in reichlichen Menge die meisten Gerichte der Bicolanos, deren Vorliebe für Ultrascharfes im ganzen Land bekannt ist. Die Teilnehmer dieses speziellen Wettkampfes müssen ganze Hände voll Chilis verzehren, und Schiedsrichter achten darauf, dass sie auch regelpflichtig zerkaut werden. Gewinner ist, wer die meisten Schroten mampft und dabei, am wichtigsten, das Gesicht kein bisschen verzieht. Ja dann einen guten beim Essen, aber bitte ohne mich.

 

Bicol Provinzen

Wer aus Manila, der gewöhnlichen Anmarschrichtung, in den Bicol Provinzen anlegt, der hat das Empfinden, umgehend aufzuleben, endlich wieder voll durchatmen zu können. Hier ist alles grün, sogar von Himmel scheint es grün herabzuscheinen. Die Natur, die man in der Hauptstadt so schmerzlich vermisst hat ist verlässlich neu präsent.

 

Die Landschaft und die Stille in Bicol

In den allgegenwärtigen Reisfeldern sind statt Motorpflügen Wasserbüffel mit null Emission am Werk. Die Menschen wirken nicht mehr gehetzt, ihre Gangart ist dem rustikalen Umfeld angepasst, und man sieht sie viel lachen. Keine Abgase und kein Müll bestimmen den atmosphärischen Mix, sondern Seebrisen und Wohlgerüchte von Kokosöl, Reisspreu, Abaka Hanf und, eben , scharfem Pfeffer. Für all diesen Überfluss gibt es natürlich einen guten Grund. Und der ist, ein tropisches Klima, das primär von vielem Regen geprägt wird.

Der Monsune treffen von beiden Seiten auf die südliche Landzuge und laden ihre Feuchtigkeit über ihr ab. Um die Jahreswende darf man als Tourist gar nicht in diese Ecke von Luzon reisen, denn dann pladdert es fast unaufhörlich. Vorher, so gegen September / Oktober, gerät man hier leicht in einen Taifun, dann schüttet es erst recht. Während des Rests des Jahres regnet es ebenfalls, wenn auch weitaus weniger. Und häufig nur nachts so hat man die Tage mit Sonnenschein. Am Morgen liegt die Landschaft dann da wie aus dem Ei geprellt, frisch und blank und grün. Selbst die zahlreichen Vulkane Bicols, gleich mehr zu ihnen, sind keine öden Aschenkegel, sondern mit Leben erfüllte Biotope.

 

Das spanische Erbe

Ein Land voller Liebreiz, ein Land, das Expatriaten spontan als neue Heimat empfanden. Schon im 16. Jahrhundert liessen Spanier sich hier in Verbindung mit der beginnenden Christianisierung des Archipels nieder. Sie gründeten nicht nur Städte (1575 Nueva Cacere, heute Nega), steinerne Kernpunkte im weiten Grün, sondern auch Familienclans, die bis in die Neunzeit zu den politischen und geschäftlichen Eliten zählen.

Die regionale Sprache ist üppig mit iberischen Vokabular durchsetzt, und die Kirche aus jener Zeit vermitteln eher lateinamerikanische als asiatische Impressionen. Sie zeigen uralten Erdbebenbarock, bemoost, aber ansonsten intakt, mehr Geo als Metrie, Muttergotteshäuser statt einem Herrn gewidmete Tempel. In ihnen finden religiöse Zeremonien statt, die sich im Prinzip wenig von denen des 17. Jahrhunderts unterscheiden, als die Jungfrau von Penafrancia, Schirmherrin der gesamten Region, in Nueva Caceres von einer Kirche in eine andere umzog.

 

Zehntausende von Zuschauern

Das war 1655 und dieser Vorgang wird im heutigen Nega an jedem zweiten und dritten Samstag im September mit viel Pomp nachzelebriert. Der Höhepunkt, eine farbenprächtige Flussparade, zeiht alljährlich Zehntausende von Zuschauern an. Unter dem Gewicht der Menschenmasse brach in den Fünfzigern eine Brücke zusammen, und es gab viele Tote. Doch das kann den religiösen Eifer der Bicolanos nicht erschüttern. Die Brücke wurde wieder aufgebaut.

 

Der Vulkan Mayon ist nur einer von mehreren

Aus diesem saftig grünen, von mehreren juwelengleich Seen gefleckten Flachland erheben sich nach Osten hin ein Vulkan nach dem anderen, ein surrealistischer Anblick. Mit 2460 Metern Höhe und überwiegend symmetrischen, fein geschwungenen Linien deminiert der Mayon in der Provinz Albay weiterhin das Panorama. Dieser Feuerspeier hat die Geschichte der Bicol Region zu grossen Teilen mitgeschrieben. Es ist ein gewaltsamer, rabiater Bursch, aber auch einer der anmutigsten Berge der Welt. Genau dafür steht das Wort, auf Biclanisch beteutet “mayayon” schön.

Heutigen Besuchern der Provinz Albay, deren nördlich Teil der Vulkan fast zur Gänze einnimmt, kaum der mayon vor allem als glänzendes Beispiel natürlicher Harmonie im Sinn vollkommener Einpassung in ein Landschaftsbild dienen. Alles rennt und flüchtet wenn er mal wieder Feuer und Bimsstein spuckt. Doch er meint es auch gut mit seinem Umfeld. Die ausgedehnten Reisterrassen an seinem Fuss, ein wenig mit denen der Nordprovinzen rivalisierend und von penetrantem Grün, sind eindrucksvolle Beweise dafür.

 

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