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Baguio

Ferne Vergangenheit und Moderne

Zu dieser Erkenntnis kommt man umgehend, sobald man von den wenigen, zumeist schlechten Strassen und obligatorischen Touristenrouten abweichen. Zwar sind die zentralen Anlaufpunkte Banaue, Bantoc und Sagada vom internationalen Fremdenverkehr nicht unberührt geblieben, denn die Bergprovinzen liegen im Zeichen die Verkehrserschliessung heute lediglich einen Katzensprung von Manila entfernt. Doch nur ein paar Schritte darüber hinaus befindet man sich schon wieder in einem Umfeld, das zur Zeit von Christi Geburt nicht viel anders ausgesehen haben kann. Die Welt der Technik mit ihren zahllosen Abhängigkeiten und Komplexitäten wie unendlich fern erscheint sie hier.

 

Baguio City

In Baguio City im Süden der Region, 1400 Meter hoch gelegen und jungen Datums, lässt die US-Firma Texas Instruments riesige Mengen winziger Siliziumsteinchen miteinander verdrahten und zu exportiert sie ins Ausland. Gleichzeitig gilt die Stadt als Tor zu den archaischen Gefilden der Nordens. Die Spanier versuchten hier bereits im 16. Jahrhundert die Igoroten zu unterwerfen. Erst 1864 richteten sie im Bereich des heutigen Stadtgebiets einige “rancherias” ein. Bald darauf folgten Kirchen und Schulen. Auch wurde der Kaffeeanbau eingeführt, heute ein wichtiges Standbein der Bergprovinzen.

 

Aus dem Glutofen Manila ins kühle Baguio

Die Filipinos mögen Baguio. In die traditionelle Summer Capital flüchten sie, wenn sich Manila im April und Mai in einen Glutofen verwandelt und das Leben in der Reisencity immer unerträglicher Formen annimmt. Deshalb wird Baguio von Tausenden einheimischen Touristen heimgesucht.
Allein in der Osterwochen kommen 300’000 Kurgäste alljährlich. Die Massen ergiessen sich kauffreuding über den Main Drag und verteilen sich ansonsten in der städtischen Kulisse, hinterlassen in den Parks ihre unübersehbaren Spuren und füllen die stille Bergwelt mit manchen fröhlichem Dezibel. Aber das kennen wir ja in den Philippinen ist gleich wo man ist.

 

Taschendiebe

Man könnte hinzufügen “ der Taschendiebe “ denn diverse Trickser schliessen sich dem Exodus aus Manila an und finden in Baguio reiche Jagdgründe. Nur dort, wohlgemerkt. Die Mehrzahl der Besucher bleibt nämlich in der Stadt, vergnügen sich im Burnham Park und im Club John Hay. Für lange Fusstouren sind philippinische Städter nicht zu haben.

 

Touristen

Wenige Mutige, mehr Touristen als Einheimische, verirren sich in die Berge, gehen gar auf Wander oder Klettertour zum Mt. Pulog, der mit 2900 Metern zweithöchsten Erhebung des Landes. Man scheut auch die Reise über die nebligen Serpentinen der sich bis zu 2255 Meter emporwindenden rauen Halsema Road nicht, die Baguio und Bontoc verbindet und schon manchen Absturz unvorsichtiger Fahrer in tiefen Schluchten zu verzeichnen hat.
Baguio trägt die Kosename “ Stadt der Pinien “ der Blumen und der Verliebten, was zu zusätzlichen Lockerung beiträgt.

 

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